Thoughts

everything happens for a reason

Ich höre sehr gerne den Podcast von Luisa Lion. Ich habe mir schon so oft überlegt, ob ich einen EHFAR Moment habe, aber um ehrlich zu sein, habe ich nicht nur einen, sondern so viele, deswegen habe ich mir gedacht, schreibe ich diese heute mal auf. 

Angefangen hat alles in der Grundschule. Ich hatte eine Lehrerin, die mich überhaupt nicht mochte und als es dann um den Übertritt in eine weiterführende Schule ging und ich es nicht schaffte, war das im ersten Moment ein dunkles Loch. Ich weiß noch genau wie klein ich mich gefühlt habe. Bei uns in Bayern ist es leider so, dass Noten entscheiden. Meiner Meinung nach sollte man das ändern, denn man wird als Kind dann einfach in eine Schublade gesteckt, der Freundeskreis verändert sich und andere fühlen sich dann mehr wert und andere weniger. Ich weiß wie viel ich gelernt habe und für mich ist einfach eine Welt zusammengebrochen. Aber durch diesen Punkt in meinem Leben bin ich stärker geworden. Das Jahr drauf war ich in einer Schule, wo ich eigentlich gar nicht hingehörte. Die Lehrer fragten sich schon nach zwei Wochen, warum ich eigentlich hier bin. Das fühlte sich toll an. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist einfach Lebensfreude. Ich hatte einen Lehrer, der sich so für seine Schüler eingesetzt hat, der uns nicht nur Schulstoff beigebracht hat, sondern einfach wie man lebt. Ich habe in diesem Jahr so viel gelernt. So viel wie ich noch nicht mal später im Gymnasium gelernt habe. Es war einfach Lebenserfahrung. 

Ein weiterer EHFAR-Moment war das ganze Jahr 2015. Ich habe schon viel darüber geschrieben und ich erzähle meine Geschichte gerne, denn ich habe das Gefühl, dass ich anderen Mut machen kann. 2015 bin ich ins Gymnasium gekommen. Ja, ich habe es geschafft. Ich habe mich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet. Ich war unendlich stolz auf mich. Nach außen versuchte ich immer stark zu wirken, aber innerlich war ich so am kämpfen. Die Schule war so schwierig. Es war nicht der Lernstoff, sondern die Lehrer. Akzeptiert zu werden war schwierig. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist alles schon so weit weg, aber irgendwie noch da. Im Sommer war ich sehr krank, verlor einen wichtigen Menschen und irgendwann auch meine Haare. Ich weiß nicht bei wie vielen Ärzten ich war, aber es waren viele und jeder schickte mich zu einem anderen Arzt. Ich habe mich so für meine Haare geschämt und immer versucht sie unter meinem Schal zu verstecken. Das komische ist nur, dass ich so unglaublich stark war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mir nichts habe anmerken lassen. Ich habe darüber Scherze gemacht, versucht das ganze zu überspielen. Ich war in einer guten Verfassung, obwohl ich von außen so krank aussah. Und obwohl ich so krank aussah, verliebte er sich in mich. In einem Moment in dem ich froh war alleine zu sein. Ich war glücklich alleine. Es war schwierig jemanden in mein Leben zu lassen. Ihm zu vertrauen, dass er es ernst meint, obwohl ich in so einer Verfassung bin. Er hat mir gezeigt, dass ich so liebenswert bin und dass das Aussehen überhaupt nicht dazu gehört. Es war ein „Everything happens for a reason moment“. Einfach weil ich daraus gelernt habe, dass innere Schönheit viel wichtiger ist, als äußere. 

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Ein kleinerer EHFRA-Moment war meine Abi-Zeit. Wie du es schon mitbekommen hast, habe ich das Gymnasium total gehasst. Es hat mich einfach kaputt gemacht. Ich fühlte mich unfair behandelt, aber auch wenn ich mit den Lehrern gesprochen habe, war es einfach sinnlos. Dieser einen Lehrerin würde ich jetzt so gerne meine Meinung ins Gesicht sagen. Sie hat mich kaputt gemacht. Egal was ich gemacht habe es war nie gut genug. Im Januar hatte ich dann eine sehr dunkle Zeit. Ich lag den ganzen Tag einfach nur im Bett. Ich hatte Wutausbrüche nach jeder Englisch-Stunde. Ich habe so oft geweint. Ich habe mich wieder so klein gefühlt. Ich bin in Selbstmitleid ertrunken. Irgendwann habe ich es dann einfach sein lassen. Ab März habe ich mich nicht mehr reingestresst. Ich habe versucht, trotzdem ein Leben zu haben. Ein Leben, das ich wirklich verdient hatte. Ich habe mich auf den Sport fokussiert und die anderen Fächer waren mir egal. Natürlich habe ich immer noch viel gelernt, aber ich wusste ja, welche Noten mir welche Lehrer geben. Zum Glück benoten die Dozenten nicht nach Gesichtern, sondern haben einfach einen Namen vor sich liegen. Ich möchte jetzt auch nicht sagen, dass das jeder Lehrer macht, aber ich hatte definitiv ein paar. Als ich mein Abitur Zeugnis endlich in der Hand hatte, war ich froh, aber nicht glücklich. Ich wusste, wie kaputt mich diese Zeit gemacht hatte und wusste auch, was ich jetzt ändern möchte. Ich habe mich noch nie so fremd an einem Platz gefühlt. Ich habe mir geschworen, dass ich nie wieder an diese Schule zurückkehren werde. Die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, waren einfach nur falsch und das hat mich nur kaputt gemacht. Ich bin durch eine dunkle Zeit gegangen und habe danach gelernt zu leben. Ich habe gelernt mich zu lieben. 

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Mein letzter Ehfar-Moment war Australien. Ich habe zwar immer davon gesprochen, dass ich mal gerne ins Ausland gehen würde, aber dass ich mich das wirklich getraut habe, das kann ich bis heute noch nicht glauben. In Australien gab es gute, aber auch schlechte Augenblicke, aber jeder einzelne davon hat sich gelohnt. Ich habe mich besser kennengelernt: meine Schwächen und meine Stärken. Ich habe gelernt, dass ich das alles auch alleine schaffen kann. Das ich alleine stark bin. Es gab Momente, in denen ich gerne wieder nach Hause geflogen wäre, aber diese Momente haben sich so gelohnt. Jede einzelne Träne, jeder Kummer. Alles hat sich gelohnt. Wenn ich abends am Meer saß, wusste ich , dass morgen alles besser werden würde. Ich habe so tolle Menschen kennengelernt. Menschen, die ich heute unglaublich vermisse. In diesem Jahr hat mir mein Leben gezeigt, wie unbeschwert alles sein, aber auch wie schwierig es ist. Als ich wieder nach Deutschland geflogen bin, war das für mich ein schwerer Abschied , aber gleichzeitig freute ich mich auf das nächste Abenteuer. Auch wenn es nicht so spannend ist, aber irgendwie ist es doch ein Abenteuer. 

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Ich denke, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Das hat mir früher meine Mama immer gesagt und über die Jahre habe ich gelernt, dass es wirklich so ist. Im Leben läuft nicht immer alles perfekt. Das wichtige ist doch nur, dass wir wieder aufstehen. Egal wie viel Zeit das benötigt am Ende lohnt es sich immer! 

Ich wünsche dir wunderschöne EHFAR-Momente 

 

 

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3 Gedanken zu „everything happens for a reason“

  1. Gehe nicht nur die glatten Straßen. Gehe Wege die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. A. de Saint-Exupery
    Dieser Spruch passt für mich genau zu dir und deinem Leben …

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